Persönlichkeit lässt sich entwickeln
Ein großer Teil unserer Persönlichkeit entsteht durch Erziehung: durch Eltern, Kita und Schule. Festgelegt ist sie damit nicht. Jeder kann sie in die Richtung entwickeln, die er sich wünscht.
Die folgenden Themen sind Beispiele dafür, wie ich an solche Fragen herangehe – kein vollständiger Ratgeber, sondern ein Einblick in meine Sichtweise.
Bilanz ziehen
Welche Charaktereigenschaft möchten Sie besitzen? Genau diese wird gestärkt. Am Anfang steht deshalb eine ehrliche Bilanz:
- Welche Eigenschaften haben Sie im Moment?
- Welche möchten Sie gern haben?
Zum Beispiel: Gelassenheit, Geduld, Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Offenheit, Verlässlichkeit, Mut oder Humor.
Wer unglücklich oder unzufrieden ist, hat bereits den ersten Schritt getan.
Was stört Sie an Ihrem jetzigen Leben?
Fragen Sie sich, was daran schuld sein könnte: der Job oder Sie selbst? In beiden Fällen brauchen Sie ein Ziel.
Liegt es an Ihnen selbst, heißt das Persönlichkeitsentwicklung: das Selbstbewusstsein stärken und mehr von den Eigenschaften entwickeln, die Sie sich wünschen.
Wofür sich das lohnt
Wofür lohnt es sich, Charaktereigenschaften zu entwickeln, die man gern besitzen möchte?
- Sie werden fröhlicher und zufriedener.
- Probleme und Sorgen lassen sich besser bewältigen, Lösungen finden sich leichter.
- Sie sind mehr Sie selbst und lassen sich weniger beeinflussen.
- Sie lernen die Auslöser kennen, die negative Eigenschaften hervorrufen.
Das Unglücklichkeitstagebuch
Schreiben Sie auf, wenn eine Situation Sie unglücklich gemacht hat. Drei Fragen genügen:
- Die SituationWelche Situation hat Sie unglücklich gemacht? Welche Charaktereigenschaft war daran „schuld"?
- Die AlternativeWie würden Sie lieber mit der Situation umgehen? Wie soll sie in Zukunft ablaufen?
- Das GefühlWelche Gefühle spüren Sie dabei?
Wer seine Schwächen kennt, kann daran arbeiten. Dabei geht es darum, die Stärken zu beleuchten, und um kleine Schritte zur Veränderung.
Wenn Paare immer über dasselbe streiten
Wenn Paare sich über lange Zeit über dieselben Dinge streiten, fehlt es an Intimität und an Nähe.
Hilfreich ist eine andere Art zu fragen. „Warum", „weshalb" und „wieso" klingen schnell wie ein Vorwurf – die Antwort darauf ist meist eine Rechtfertigung, keine Lösung. „Wer", „wie" und „was" bleiben sachlich: Sie fragen nach dem, was gerade ist, nicht nach einer Erklärung dafür. So bleiben beide im Gespräch, statt sich zu verteidigen.
Zum Beispiel statt „Warum ziehst du dich schon wieder zurück?":
- „Was brauchst du gerade, damit es sich wieder nah anfühlt?"
- „Wie geht es dir gerade in diesem Moment?"
- „Wer soll sich künftig worum kümmern?"
Wenn sich Beziehungen wiederholen
Manchen Menschen fällt auf, dass sich in ihren Beziehungen etwas wiederholt: immer wieder ein Partner, der emotional schwer erreichbar ist, immer wieder Freundschaften, in denen sie viel geben und wenig zurückbekommen, immer wieder Konflikte, in denen sie entweder sofort nachgeben oder sich ganz zurückziehen.
Solche Muster reichen oft bis in die Kindheit zurück. Was dort an Nähe oder Sicherheit gefehlt hat, wirkt später unbewusst weiter: Man sucht sich – ohne es zu merken – wieder Situationen, die sich vertraut anfühlen, selbst wenn sie wehtun. Wird es in einer Beziehung eng, zeigt sich das meist in einer von drei Reaktionen:
- Sich unterordnen und die eigenen Bedürfnisse zurückstellen
- Sich zurückziehen, sobald es zu nah wird
- Kontrolle behalten, wo eigentlich Nähe möglich wäre
Keine dieser Reaktionen ist ein Fehler. Es waren einmal sinnvolle Strategien. Verändern lässt sich vor allem eines: wie Sie heute reagieren, wenn ein altes Muster anspringt.
Das ist Information und Anregung zum Nachdenken, keine Behandlung. In einer akuten Notlage: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr und kostenfrei. Bei Gefahr für Leib und Leben: 112.
Sie müssen das nicht allein angehen.
Schreiben Sie mir kurz, worum es geht. Wir telefonieren, und danach wissen Sie, ob das für Sie passt.








