Wirkung hat nichts mit dem Titel zu tun
Jeder wirkt auf andere, ob mit oder ohne Führungsverantwortung: durch Haltung, Ruhe und die Art, wie man zuhört. Das lässt sich wahrnehmen und verändern.
Für Teams, Mitarbeitende und Führungskräfte. Die folgenden Themen sind Beispiele dafür, wie ich Zusammenarbeit sehe und angehe – kein vollständiger Ratgeber, sondern ein Einblick in meine Arbeitsweise.
Selbstbild und Fremdbild
Was Sie über Ihre Wirkung denken und wie andere Sie erleben, ist selten dasselbe. Das bekannte Johari-Fenster (Luft und Ingham, 1955) beschreibt es so: Manches wissen Sie und andere ebenfalls, manches wissen nur Sie, manches sehen nur die anderen, und manches kennt niemand.
Der Bereich, den nur die anderen sehen, ist für alle aufschlussreich, ob Teamleitung, Kollegin oder Berufseinsteiger. Er lässt sich nicht durch Nachdenken verkleinern, sondern nur durch ehrliche Rückmeldung.
Wirkung entsteht im Kontakt
Kolleginnen und Kollegen lesen nicht nur Ihre Worte, sondern auch Ihre Haltung: wie Sie stehen, atmen und zuhören. Wenn Worte und Haltung nicht zusammenpassen, wirkt die Haltung oft stärker als das Gesagte.
Ein Pferd reagiert ausschließlich darauf, es kennt keine Titel und keine Rollen. Deshalb zeigt sich in der Arbeit mit ihm schnell, ob eine Aussage wirklich getragen ist oder nur formuliert.
Feedback, das ankommt
Rückmeldung wirkt, wenn sie beschreibt statt bewertet: was ich beobachtet habe, welche Wirkung es hatte und was ich mir stattdessen wünsche. Das gilt nach oben, nach unten und unter Kolleginnen und Kollegen.
- Beobachtung statt Deutung: „In der Besprechung haben Sie dreimal unterbrochen“ statt „Sie hören nicht zu“
- Wirkung benennen: „Ich habe mich danach nicht mehr getraut, etwas zu sagen“
- Wunsch formulieren: „Ich wünsche mir, dass ich ausreden kann“
Rückmeldung anzunehmen ist genauso wichtig: erst zuhören, nachfragen und dann entscheiden, was man damit macht.
Auch die Fragen machen einen Unterschied. „Warum“-Fragen klingen schnell nach Vorwurf und laden zur Rechtfertigung ein. „Was“ und „wie“ halten das Gespräch bei der Sache.
Was Teams tragfähig macht
In Teams, in denen Fehler und Zweifel offen angesprochen werden können, wird meist besser zusammengearbeitet. Ob das gelingt, hängt von allen ab, auch von denen ohne Führungsrolle. Jede und jeder kann durch eine offene Frage oder ein ehrliches „Das weiß ich nicht“ etwas verändern.
- Rollen und Erwartungen aussprechen, statt sie vorauszusetzen
- Abstimmungen so gestalten, dass auch leise Stimmen vorkommen
- Konflikte früh benennen, bevor sie sich verfestigen
Das ist Information und Anregung zum Nachdenken, keine Beratung im Einzelfall und keine Behandlung.
Passt das für Ihr Team?
Das lässt sich in zehn Minuten am Telefon klären. Unverbindlich, und ohne dass Sie vorher etwas festlegen müssen.







